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Stadtwerke erstmals mit Komplett-Contracting

Erkrath. Die Stadtwerke Erkrath haben mit einem ganzheitlichen Wärmecontracting-Angebot die Sanierung eines ehemaligen Industriegebäudes an der Straße am Steinhof erleichtert. Der heimische Energieversorger kümmert sich als Contractor dort seit vergangenem Herbst um die gesamte Wärmeversorgung der Immobilie. Dieses besondere Contracting umfasst neben der Anschaffung und Montage von Heizkesseln- und – körpern auch die Wärmelieferung und regelmäßige Wartung sämtlicher technischer Heizanlagen. Der Gebäudebesitzer spart dadurch einen erheblichen Zeit- und Organisationsaufwand. Ferner musste er selber keine Großinvestition in die Heiz-Anlagen tätigen. Stadtwerke-Geschäftsführer Gregor Jeken dazu: „Beim Contracting setzen wir unsere ganze Erfahrung und unser gesamtes Know-how ein, um dem Gebäudeeigentümer ein individuell auf ihn zugeschnittenes Angebot zu präsentieren. Davon profitiert er in vielerlei Hinsicht.“ Das Gebäude am Steinhof 10 mit einer Gesamtfläche von rund 2000 Quadratmetern stand mehrere Jahre leer, bevor es seit 2009 komplett saniert wurde. Mittlerweile sind dort ein Druckereibetrieb und die Zweigstelle einer Landesbehörde eingezogen.

Gebäudeeigentümer Andreas Wenzel hat dafür gesorgt, dass aus der einstigen Ruine eine ansprechende Immobilie wurde. „Wir haben seit 2009 quasi alles erneuert. Das Dach musste isoliert werden und wir brauchten eine neue Kanalisation. Auch 99 Prozent der Fenster mussten wir ersetzen“, resümiert er. Ferner habe das Gebäude vorher weder über ausreichend Stromanschlüsse noch über eine vernünftige Heizung verfügt. Insgesamt floss binnen der vergangenen zwei Jahre sukzessive ein hoher sechsstelliger Betrag in das Sanierungsprojekt. Da kam es Wenzel natürlich entgegen, dass er durch die langfristige Vertragspartnerschaft mit den Stadtwerken nicht auch noch eine hohe Summe für die Anschaffung der Heizungsanlagen aufbringen musste. Trotzdem ist sein Gebäude aber bereits heute mit modernster und umweltschonender Heiz-Technologie ausgestattet. „Durch das Contracting ist die Finanzierung der Wärmeversorgung komplett gesichert. Ich habe die Möglichkeit, den Investitionsaufwand für die Anlagen über den vereinbarten Wärmepreis scheibchenweise über einen längeren Zeitraum zu begleichen“, beschreibt Wenzel einen wesentlichen Vorteil und fügt an: „Mit den Stadtwerken habe ich einen fairen Partner an der Seite, der mich eingehend berät und mir gute Konditionen bietet. Außerdem birgt das Contracting natürlich noch lukrative Steuervorteile.“

Anders als bei den anderen bereits bestehenden 15 Contracting-Projekten im Erkrather Stadtgebiet, hat der heimische Energieversorger am Steinhof erstmals ein ganzheitliches Komplett-Angebot unterbreitet. Dabei fallen nicht nur Wärmelieferung und Anschaffung der drei Gas-Brennwertkessel in den Zuständigkeitsbereich der Stadtwerke, sondern auch die Verantwortung – Planung, Anschaffung und Wartung – für die insgesamt 92 Heizkörper und weiteren Heizflächen (Fußbodenheizung) im Gebäude. Somit betreuen die Stadtwerke den gesamten Heizprozess vom Gas-Netz über den Kessel bis hin in die einzelnen Räume.

In seiner Funktion als Contractor hat der heimische Energieversorger eine Anfangs-Investition von rund 150 000 Euro getätigt. Stadtwerke-Geschäftsführer Gregor Jeken dazu: „Wir schultern diesen hohen Kapitalaufwand für unseren Kunden, da wir auf eine langfristig ausgerichtete Partnerschaft setzen.“ Wirtschaftlich interessant wird das Projekt für beide Seiten auch, weil dieses Contracting-Modell vorsieht, durch eine geschickte Planung der Heizanlagen ein Optimum an Energieeffizienz zu erreichen. Interessante Einspareffekte werden dabei durch die Installation einer großen Anzahl an Heizkörpern möglich. Jeken dazu: „Um die gewünschte Raumtemperatur zu erhalten, muss jetzt in die einzelnen Körper nur relativ wenig Grundwärme eingegeben werden.“ Die für die Höhe des Energieeinsatzes entscheidende Vorlauftemperatur – damit ist die Temperatur des zum Heizkörper fließenden Heizungswassers gemeint – kann also vergleichsweise niedrig gehalten werden. Folglich sinken auch die Heizkosten dementsprechend. Hauseigentümer Wenzel: „Das ist wirklich ein gut durchdachter Ansatz, der erhebliche Kosteneinsparungen beinhaltet. Gerade auch, weil der Fußboden als Heizfläche genutzt wird.“

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