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Stadtwerke modernisieren Erkrather Stromnetz

Erkrath. Mit einer neuen Trafostation an der Willbecker Straße 77 treiben die Stadtwerke Erkrath die Modernisierung des lokalen Stromnetzes konsequent voran. Die Ende Mai in Betrieb genommene Station ist bereits die vierte Anlage, die der lokale  Energieversorger in diesem Jahr installiert hat. Drei weitere sollen bis zum Jahresende ans Netz gehen. Dafür investieren die Stadtwerke eine Summe von etwa 350 000 Euro. Stadtwerke-Geschäftsführer Gregor Jeken dazu: „Bei insgesamt 220 Trafostationen im gesamten Stadtgebiet sind wir permanent dabei, alte Anlagen durch neue zu ersetzen. Alle neuen Transformatoren sind besonders verlustarm und leiser, was wiederum sehr umweltfreundlich ist. Mit dieser konsequenten Modernisierung sichern wir die optimale Versorgungssicherheit für die nächsten Jahrzehnte.“ Die Trafostationen dienen dazu, die elektrische Energie aus dem Mittelspannungsnetz – dies hat eine elektrische Spannung von 10 000 Volt  –  in Energie für das Niederspannungs- bzw. Ortsnetz mit einer Spannung von 400/230 Volt umzuwandeln. Die Leistung der neuen Trafostationen beträgt 250 bis 630 kVA.

Die Mehrheit der Transformatoren-Stationen in Erkrath wurde Ende der 1960er Jahre bzw. Anfang der 1970er Jahre errichtet. Andreas Simmet, verantwortlich für die Netzplanung bei den Stadtwerken Erkrath, sagt: „Irgendwann hat jede Anlagen-Generation ihren Zenit überschritten und muss durch weiterentwickelte Modelle ersetzt werden.“  Die Anschlüsse in den alten Trafo-Modellen seien beispielsweise nicht optimal vor Verschmutzung geschützt. Staub, Feuchtigkeit, Dreck oder Spinnweben könnten die Isolierung zwischen den einzelnen Phasen beeinträchtigen. Bei starker Verschmutzung sei schlimmstenfalls ein Kurzschluss möglich, der die Versorgung der angeschlossenen Haushalte gefährde. „Die alten Trafo-Stationen müssen deshalb  regelmäßig gereinigt werden. Dafür müssen wir sie jeweils ein paar Stunden vom Netz nehmen“, erklärt Simmet.

Die neuen Anlagen erfordern hingegen keinen derartigen Reinigungsaufwand. Ihre Anschlüsse verfügen über eine optimale Isolierung, da sie in Silikonstecker eingesteckt sind. „Die neuen Stationen sind gänzlich gekapselt, da kommt kein Staubkorn rein“, so Simmet.

Anders als die alte Generation der Anlagen, sind die neuesten Trafostationen dreipolig schaltbar. „Bei den alten Anlagen müssen die Schaltpole nacheinander geöffnet werden“, erklärt Simmet einen weiteren bedeutenden Unterschied. Ist dann noch das zur Isolierung eingesetzte Kunststoff-Material über die Jahre spröde geworden, wird das „vom Netz nehmen“ eine recht kniffelige Angelegenheit.

Viel einfacher ist die schlichte Errichtung einer Trafostation: Die in einen grün lackierten Alu-Körper gehüllte Anlage mit den Maßen 2,80 x 1,35 x 1,60 m wird vom Hersteller quasi betriebsfertig geliefert. Die weitere Installation können die Stadtwerke in Eigenregie vornehmen. Steht die neue Anlage, werden schrittweise die vier bis sechs Niederspannungskabel sowie die beiden 10 kV-Kabel von der alten zur neuen Anlage, die sich in der Regel nur wenige Meter weiter befindet, umgelegt. „Für den Kunden reduziert sich die Zeit, die er ohne Strom ist, auf rund zwei Stunden“, versichert Simmet.

Nach der Umlegung wird eine alte Station abgebaut und verschrottet. In 2011 folgten die Stadtwerke diesem Procedere bereits an der Schinkelstraße, an der Kirchstraße und an der Gerberstraße. Nach dem abgeschlossenen Projekt an der Willbecker Straße wird nun an der Düsselstraße eine neue Trafostation errichtet. „Zwei weitere Projekte folgen noch bis Jahresende. Für das kommende Jahr planen wir die gleiche Zahl an Neu-Installationen“, sagte Simmet.

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