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Teldafax will Kunden abwerben

Erkrath. Verunsicherte Teldafax-Kunden können sich mit Ihren Fragen und Nöten gerne an die Stadtwerke Erkrath wenden. Hierauf weist das lokale Versorgungsunternehmen aus aktuellem Anlass hin: Offenbar sind im Stadtgebiet Erkrath so genannte Drückerkolonnen unterwegs, die versuchen, Kunden zu gewinnen. So wird gegenüber Privatleuten an der Haustür behauptet, die Stadtwerke Erkrath hätten sämtliche Verträge gekündigt, die Kunden könnten jetzt ohne weiteres zu Teldafax wechseln. Diese Behauptung wird von den Stadtwerken klar zurück gewiesen. „Wir haben keinen Anlass, die Verträge mit unseren Kunden zu kündigen. Wir haben zum 1. September den Gaspreis gesenkt, der Strompreis ist stabil. In beiden Sparten wird es über den Winter hinweg von unserer Seite keine Preisveränderungen geben. Wir warnen vor übereilten Entscheidungen und bieten allen Erkrather Bürgern Rat und Hilfe an. Das ist unser Job als lokaler Versorger“, bekräftigt Gregor Jeken, Geschäftsführer der Stadtwerke.

Der Anbieter Teldafax war vor kurzem in die Schlagzeilen geraten; die Liquidität des Unternehmens steht in Frage, es geht das Gerücht, dass Tausende von Kunden ihre Vorkasse-Leistungen nicht zurück bekommen. Inzwischen erstattete das Troisdorfer Unternehmen bei der Bonner Staatsanwaltschaft Strafanzeige gegen seinen  ehemaligen Finanzvorstand Alireza Assadi.  Angeblich steht ein russischer Investor kurz vor dem Einstieg bei Teldafax.

Nach Recherchen des Handelsblatts hat sich Teldafax mit einer Art „Schnellballsystem" finanziert und kommt nun in die Bredouille. Ein Indiz dafür ist eine aktuelle Pressemeldung vom 16. November, wonach das Unternehmen Neukunden zwar einen ganzen Monat des jährlichen Gasbezuges „schenkt“. Hierbei zieht das Unternehmen jedoch im Voraus den Betrag für den jährlichen Jahresverbrauch – minus ein Zwölftel – beim Kunden ein.

Dazu Gregor Jeken: „Grundsätzlich warnen wir vor den Vorauskassesystemen. Denn das Geld ist man auf jeden Fall los, ohne zu wissen, ob man jemals die vereinbarte volle Leistung bekommt. Wir als Stadtwerke machen so etwas nicht. Bei uns gilt: erst die Ware, dann das Geld.“ Jeken hält auch Bonuszahlungen für tendenziell unseriös: „Viele Verbraucher wissen nicht, das der Bonus bloß verrechnet und gar nicht ausgezahlt wird. Und viele wissen auch nicht, dass der Bonus erst dann verrechnet wird, wenn eine gewisse Vertragslaufzeit erreicht wird; sonst verfällt der Bonus nämlich.“

Da die Bonuszahlungen jedoch rein rechnerisch den aktuellen Preis senken, landen Teldafax oder Flexstrom bei Strompreissuchmaschinen wie Verivox für gewöhnlich auf den Spitzenplätzen. Auch Flexstrom lässt seine Kunden den Strom im Voraus bezahlen. Infotelefon: 02104 943 60 70.